04.12.2017 / Schwerpunkt / Seite 2

»Für Profit muss man Leute kaputtmachen«

Kunstaktivisten geben Entmieteten eine Stimme – und spielen sie den Eigentümern vor. Ein Gespräch mit Nora Moll

Anselm Lenz

Sie und das Peng-Kollektiv haben eine neue Aktion gestartet. Frau Moll, wie haben Sie das gemacht?

Wir haben Geschichten gesammelt von Menschen, deren Häuser entmietet worden sind. Aus Berlin, Leipzig und Frankfurt am Main haben wir die ersten Fälle bekommen. Die Statements, die uns die Mieter haben zukommen lassen, haben wir von Schauspielern nachsprechen lassen. Diese Audio-Dokumente luden wir auf unseren Server hoch.

Und dann?

Wir haben ein Computerprogramm geschrieben, das automatisiert die jeweiligen Eigentümer und Immobilienfirmen anruft und 20mal am Tag diese Statements abspielt. So kommt’s an die richtige Adresse.

Warum gehen die Leute vorher nicht selber beim Eigentümer vorbei, um beispielsweise »einen schönen guten Tag« zu wünschen?

Viele trauen sich nicht, und der Staat arbeitet ja auch gegen sie. Menschen haben durch die Entmietung krasse emotionale Einbrüche in ihrem Leben gehabt, einige sind traumatisiert. Wir kanalisieren das. Es ist für vi...

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