Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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08.10.2002 / Feuilleton / Seite 12

Angststörungen

Das schöne, reiche Kunstmuseum Wolfsburg zeigt zwischen weißen Gardinen 100 Jahre britische Avantgarde

Susan Geißler

Wolfsburger zu sein, bedeutet Hausarrest an der A2, verbunden damit, lebenslänglich Volkswagen zu fahren, zu Ausgehzwecken den bescheuert-schicken Mondo-Club in der Autostadt zu besuchen und natürlich bei VW oder VW-Zulieferern oder VW-Nutznießern zu arbeiten. Effenberg, du arme Sau.

Wolfsburgbesuche sind nur zu zwei Anlässen sinnvoll: Man kennt dort jemanden, der jemanden kennt, der einem einen fabrikneuen Golf hinterherwirft, oder man muß mal dringend ins Museum. Am Ende der Porschestraße, einer faßbinderesken Gastarbeiteramüsiermeile aus den 60ern, befindet sich das schönste, großzügigste und freundlichste Kunstmuseum der Bundesrepublik. Bevor man eine Ausstellung überhaupt betritt, hat man mit der Eintrittskarte oft schon wieder eine Gratiseinladung zur nächsten Ausstellung in der Hand. Nie sind sie langweilig und fast immer haben sie den rebellischen Schick eines VW-Phaeton – Arbeiterklasse supported by Avantgardismus.

Selbst, wenn man von Kun...



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