02.12.2017 / Inland / Seite 4

Nichtangeklagte im Blick

NSU-Prozess: Opferanwältin: Geheimdienst schritt mindestens bewusst nicht ein – oder wirkte mit

Claudia Wangerin

Einen ausführlichen Vortrag über Entstehung und Wirken des »Nationalsozialistischen Untergrunds« unter den Augen der Inlandsgeheimdienste hat diese Woche im Münchner NSU-Prozess die Nebenklageanwältin Antonia von der Behrens begonnen. Selbst die Bundesanwaltschaft, die inhaltlich mit vielem nicht einverstanden gewesen sein dürfte, sprach anerkennend von »Fleißarbeit«, wie am Mittwoch abend die Süddeutsche Zeitung online berichtete. Nach Überzeugung der Anwältin hatte der Verfassungsschutz durch seine V-Leute in wichtigen Positionen der militanten Neonaziszene mindestens Kenntnis von Ursprung und Existenz des Terrornetzwerks NSU – und schritt zu dessen aktiver Zeit bewusst nicht ein. Dies ist laut von der Behrens noch die günstigste Annahme: Es könne »derzeit nicht ausgeschlossen werden«, dass der hessische Verfassungsschutzbeamte Andreas Temme beim Mord an Halit Yozgat in Kassel »an der Tat mitgewirkt hat«, so die Anwältin in ihrem Plädoyer vor dem Oberla...

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