28.11.2017 / Feuilleton / Seite 11

»Wir wollen dazu was sagen!«

Heute findet in Berlin ein Abend mit den Protestliedern von Gerd Semmer statt. Ein Interview mit seiner Tochter Bettina Semmer und Doctorella

Christof Meueler

Kerstin und Sandra, Sie sind auf Gerd Semmer schon in der Schule gestoßen – durch ein Gedicht von ihm in einem Deutschbuch?

Kerstin Grether: Es ist mir nur zweimal passiert, dass ich im Deutschbuch einen Text sensationell gut fand. Der eine war »Wir schreiben an den Kaiser«, eine Geschichte von Irmgard Keun, der andere das Gedicht »Ladenmädchen gesucht« von Gerd Semmer. Später erfuhr ich, dass die Semmers mit Keun befreundet waren.

Mit 14 habe ich »Ladenmädchen gesucht« immer wieder gelesen. Ich konnte es nicht fassen, dass da ein Mann schildert, wie ein Ladenmädchen von seinem Chef auf sehr unangenehme Weise sexualisiert und belästigt wird – und dabei selbst kein bisschen sexistisch ist. Man sollte in Zeiten von »Slutwalk«, »Aufschrei« und »Me Too« den Liedermacher Gerd Semmer wirklich neu entdecken!

Er hat linke Feuilletons geschrieben und Lieder für seine Freunde wie Dieter Süverkrüp getextet. Hat er auch selbst gesungen?

Bettina Semmer: Natür...

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