24.11.2017 / Feuilleton / Seite 11

Auf Seelensuche

»Aus dem Nichts« von Fatih Akin ist ein grotesker Film, aber keine politische Aufklärung über Naziterror

Peer Schmitt

Mit das einzige, zu dem der überschätzte Filmemacher Fatih Akin in der Lage zu sein scheint, ist, ein lokales Hamburger Kleinbürgermilieu (sehr häufig deutsch-türkisch) halbwegs glaubwürdig darzustellen. Dieses spezielle Hamburger Ding ist seine Basis. Nun beschränkt sich Akin aber keineswegs darauf, Fördergelder abzugrasen, um bescheidene Hamburger Küchensoaps zu drehen. Er sehnt sich auch nach der großen Geste, der universellen Tragödie, womöglich gar nach verbindlichen Botschaften. Seine Filme sind entsprechende Katastrophen als Folge der Hybris eines Posers, Katastrophen wie sein neuer Film »Aus dem Nichts«, der dieses Jahr bei den Festspielen in Cannes Premiere feierte. Die Hauptdarstellerin Diane Krüger wurde dort als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

In diesem Film wird einiges angestrengt: Tränen und politischer Terrorismus, ein halbwegs aktueller konkreter gesellschaftlicher Hintergrund (der NSU-Prozess in München und dabei insbesondere die Ges...

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