23.11.2017 / Inland / Seite 5

Gewerbeschein fürs Betteln

Jobcenter Dortmund erwischt Hartz-IV-Bezieher mit Spendenbüchse in der Fußgängerzone und kürzt ihm daraufhin Sozialleistungen

Susan Bonath

Neue Möbel oder eine Krone beim Zahnarzt – wer dauerhaft von Hartz IV leben muss, kann sich das nicht leisten. Für Michael Hansen und seine Partnerin ist das seit 2005 – mit kleinen Unterbrechungen durch Jobs in Zeitarbeitsfirmen – Alltag. Wenn Mitte des Monats das Geld knapp wird, setzt sich der 50jährige darum mit seinem Hund in die Dortmunder Fußgängerzone und bettelt. Das ging eine Weile gut, bis ihn eine Mitarbeiterin des Jobcenters der Ruhrmetropole erwischte. Prompt kürzte ihm das Amt nicht nur die Bezüge drastisch. Es wertet das Betteln auch als selbständige Tätigkeit mit allem Drum und Dran. Über den Fall berichteten zuerst die Ruhrnachrichten am Samstag.

Quittung verlangt

So wollte das Jobcenter Dortmund in diesem Sommer ganz genau wissen, wie viele Euro ihm die Passanten an seinem Stammplatz tatsächlich spenden. Es forderte ihn zur »Mitwirkung« auf. Neben einer Erklärung verlangte es, Hansen müsse ein Einnahmenbuch für die Vergangenheit vorlege...

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