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23.11.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Aus Wut wurde schließlich Widerstand«

Mit Mölln wurde klar: Neonazis nehmen Tote in Kauf, Staat schaut zu. Gespräch mit Oliver Ongaro

Markus Bernhardt

Nachdem es 1991 und 1992 zu rassistischen Pogromen in Hoyerswerda und Rostock kam, verübten Neonazis auch in westdeutschen Städten Anschläge auf von Migranten bewohnte Häuser. Am 23. November jährt sich der Brandanschlag von Mölln zum 25. Mal. Damals attackierten Neonazis ein von zwei türkischen Familien bewohntes Haus in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt. Es gab mehrere Schwerverletzte, die zehn- beziehungsweise 14jährigen Mädchen Yeliz Arslan und Ayse Yılmaz sowie ihre 51jährige Großmutter Bahide Arslan kamen in den Flammen ums Leben. Wie haben Sie die damaligen Ereignisse in Erinnerung?

Im Sommer 1992 haben wir die Bilder von Rostock-Lichtenhagen im Fernsehen gesehen. Tagelang wütete ein rassistischer Mob vor der Flüchtlingsunterkunft und zündete diese dann an. Meine Freunde und ich waren damals zwischen 17 und 19 Jahre alt, und wir waren fassungslos. Wo war die Polizei? Das war nicht nur eine Frage, es hat unser Weltbild erschüttert. Der Staat s...

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