17.11.2017 / Ausland / Seite 6

Lästige Mitbürger

Frankreichs Ordnungshüter vertreiben mehr als 4.500 Roma aus ihren elenden Behausungen

Hansgeorg Hermann, Paris

Es ist jedes Jahr das gleiche Szenario. Frankreichs Ordnungshüter vertreiben in den Sommer- und Herbstmonaten Tausende Roma-Familien aus ihren Slums, den elenden Wellblechhütten der »Bidonvilles« am Rande der Hauptstadt Paris. Pauschale Rechtfertigung der oft illegalen Aktionen: Die in ihrer Mehrzahl aus Rumänien und Bulgarien eingewanderten Menschen seien »eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung«. Das »Europäische Zentrum für die Rechte der Roma« (ERRC) in Budapest klagt in seinem jüngsten Halbjahresbericht, allein im vergangenen Vierteljahr seien in Frankreich 4.538 Männer, Frauen und Kinder aus ihren Verschlägen zwischen Lille im Norden des Landes und Marseille am Mittelmeer »entfernt« worden. Das hat seinen Grund: Von November bis Ende März, in den Wintermonaten also, gilt ein »Jagdverbot« – als seien die Roma Tiere. Die Polizei darf in der kalten Jahreszeit die Elendsviertel nicht räumen.

Das Pariser »Centre national de la recherche s...

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