16.11.2017 / Feuilleton / Seite 10

Nie mehr privat

Thomas Wagner

Wirkliche Meinungsvielfalt und Pluralität kann nur gedeihen, wenn diejenigen, die unorthodoxe Ideen entwickeln, das in einem geschützten Raum tun können. Zumindest in der Privatsphäre sollten Gedanken tatsächlich frei sein können. Diese Auffassung war lange Zeit in allen politischen Lagern verbreitet. Dieser gesellschaftlichen Konsens begann zu erodieren, als eifrige Verfechter des kommunikationstechnologischen Fortschritts das Konzept der Privatsphäre mit der globalen Durchsetzung des Internets für unvereinbar erklärten. Für den Schutz von Bürgerrechten, so die Argumentation der Post-Privacy-Protagonisten, sei in der digital vernetzten Welt einfach kein Platz mehr. Datenschutz sei im Zeitalter von Facebook, Google und Co. technisch nicht mehr realisierbar, Widerstand zwecklos. »Wer heute Daten sammelt, speichert oder gar auswertet, kann nicht für ihre Sicherheit garantieren. Egal wie gut der Datenkäfig aus Geheimhaltung, Verboten oder Verschlüsselung ges...

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