15.11.2017 / Inland / Seite 8

»Überrascht hat mich der Zeitpunkt«

Hausdurchsuchung wegen Zeigens von Symbolen der ­kurdischen Frauen- und Volksverteidigungskräfte. Gespräch mit Kerem Schamberger

Gitta Düperthal

Am Montag morgen um sechs Uhr haben Polizisten Ihre Wohnung durchsucht, mit der Begründung, dass Sie Fahnen der kurdischen Frauen- und Volksverteidigungskräfte YPJ/YPG in sozialen Netzwerken hochgeladen haben. War dieses Vorgehen überraschend für Sie?

Sie haben vor meiner Tür Sturm geklingelt, als ich noch im Bett lag. Ich bin davon aufgewacht und wusste sofort, dass es die Polizei ist. Sie haben mir den Durchsuchungsbeschluss gezeigt und teilten mit: »Sie haben mutmaßlich Fotos von YPJ/YPG-Fahnen auf Facebook geteilt, dafür sammeln wir Beweise.« Ich sagte Ihnen, dass Sie das nicht tun müssen, da ich zugebe, dass ich diese Postings verfasst habe und niemand anderes. Trotzdem haben sie meine Wohnung durchsucht. Überrascht war ich nicht über die Polizeiaktion, sondern über deren Zeitpunkt: Die Postings waren älter, der Durchsuchungsbeschluss war bereits am 15. September ausgestellt. Diese Verfolgungspolitik hat wohl vor allem den Zweck, die Verbotspolitik d...

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