13.11.2017 / Feuilleton / Seite 11

Der totale Guckkasten

An der Berliner Volksbühne wurde unter Polizeischutz die Bühnensaison eröffnet

Anselm Lenz

Waffen vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Zwei Sechsergruppen Polizisten in schwerer, schwarzer Montur, die Handfeuerwaffen am Gürtel, Arme verschränkt. »Heute findet eine Generalprobe statt«, sagt der Untergruppenführer.

24 Stunden später wird dann am Freitag abend die Spielzeit an dem Haus eröffnet. Die neue Intendanz ist nach einer Petition, mit der 40.000 Unterzeichner ihre Absetzung forderten, und einer polizeilich aufgelösten Besetzung des Theaterfoyers durch Mietaktivisten, Künstler und Publikum im Spätsommer weiter entschlossen, sich unter Polizeischutz zu verwirklichen. Und zwar dort, wo einmal ein ziviles Ensemble- und Repertoiretheater war.

Vor der großen Premiere liegen zunächst einmal Leichen auf den Treppen vor dem Haupteingang. Die nach einer US-Atombombe »B61-12« getaufte Aktivistengruppe ist in Ensemblestärke erschienen. Unbezahlt, aber vorbereitet und morbide geschminkt. Die Gentrifizierungsgegner berufen sich auf die ...

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