10.11.2017 / Feuilleton / Seite 10

Patriarchale Kunsttradition?

Eine Podiumsdiskussion an der Berliner Alice-Salomon-Hochschule über Eugen Gomringers »avenidas«-Gedicht

Florian Neuner

Die konkrete Poesie war einst angetreten, die Worte von ihrem historischem Bedeutungsballast zu befreien und rein zur Geltung zu bringen. Das ging schon damals nicht. Zäh kleben die Assoziationen an den Begriffen. Ausgerechnet eine harmlose »konstellation« von Eugen Gomringer, dem Ahnherrn der Konkreten, bestehend aus den spanischen Substantiven »avenidas« (Alleen), »flores« (Blumen), »mujeres« (Frauen) und »un admirador« (ein Bewunderer), hat der deutschen Literaturszene nun eine Sexismusdebatte beschert, auf die viele gewartet zu haben schienen. Anders lässt sich die Vehemenz kaum erklären, mit der die Auseinandersetzung seit Monaten ausgetragen wird.

Was war passiert? Die Alice-Salomon-Hochschule (ASH) in Berlin-Hellersdorf, spezialisiert auf Sozialarbeit, Gesundheit und Bildung, vergibt seit Jahren einen Poetik-Preis, der erfreulicherweise nicht an Mainstreamautoren, sondern an innovative, interdisziplinär arbeitende Künstler verliehen wird, unter ihn...

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