09.11.2017 / Thema / Seite 12

Vorbildliche Bestimmungen

Vor 100 Jahren verlas Lenin vor dem Gesamtrussischen Sowjetkongress das Dekret über den Frieden. Dessen Inhalt beeinflusste maßgeblich spätere ­völkerrechtliche Vereinbarungen

Gregor Schirmer

In dem denkwürdigen Aufruf »An die Arbeiter, Soldaten und Bauern«, von Lenin formuliert, vorgetragen am 7. November 1917 auf dem Zweiten Gesamtrussischen Sowjetkongress, heißt es: »Gestützt auf den Willen der gewaltigen Mehrheit der Arbeiter, Soldaten und Bauern, gestützt auf den in Petrograd vollzogenen siegreichen Aufstand der Arbeiter und der Garnison, nimmt der Kongress die Macht in seine Hände.« Weiter ist da zu lesen, dass die Sowjetmacht »einen sofortigen demokratischen Frieden (…) anbieten«¹ wird. Auf diesem Kongress hatten die Bolschewiki die Mehrheit der Delegierten, nämlich 390 von 649.

Am 8. November verabschiedete der Kongress als ersten Rechtsakt des Sowjetstaats einstimmig das »Dekret über den Frieden«.² John Reed berichtet in seiner berühmten Reportage »Zehn Tage, die die Welt erschütterten«: »Um zehn Uhr fünfunddreißig Minuten forderte Kamenjew [damals Vorsitzender des Kongresses; G. S.] alle, die mit der Proklamation [dem Dekret; G. S.] ...

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