08.11.2017 / Antifa / Seite 15

Nicht auffallen, um zu überleben

Angela Schmidt-Bernhardt schildert das Leben einer »heimlichen Vierteljüdin« in der Nazizeit

Gisela Sonnenburg

Es ist nicht selten, dass Töchter über ihre Mütter schreiben. Auch Angela Schmidt-Bernhardt hat es getan, allerdings erst nach dem Tod ihrer Mutter. Denn die wollte eigentlich nicht Gegenstand einer Veröffentlichung werden. Von ihren Gesprächen mit ihr kurz vor ihrem Tod hatte sich Schmidt-Bernhardt aber Notizen gemacht – und ein Buch über ihre Geschichte geschrieben. »Spätsommerhimmel in Sanssouci« heißt es, im Untertitel »Lebensabschnitte einer Vierteljüdin«.

»Puti« wurde 1920 in Dresden geboren. Ihr Vater gehörte zu jenen, die von den Nazis als »Halbjude« kategorisiert wurden. Die Familie verheimlichte jedoch erfolgreich seine Abstammung – ein heikles Überleben. Die Autorin sichtete den Nachlass ihrer Mutter, fand Briefe und andere Unterlagen. Ihr Buch vereint historische Dokumentation und aktuellen Kommentar. Vor allem die Bescheidenheit der Verstorbenen wird deutlich. »Das Nichtauffallen wurde ihr zur zweiten Natur«, resümiert die Tochter. Das Sch...

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