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08.11.2017 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Erinnerungskultur

Jakob Hayner

Erinnerungskultur, das ist laut der Bundeszentrale für politische Bildung Teil der Vergangenheitsbewältigung und der deutschen Staatsräson. »Wir sind Erinnerungsweltmeister!« Bei der Erinnerungskultur geht es dem Wortsinn nach ums Erinnern, aber ohne Kultur geht in Deutschland bekanntlich nichts (vgl. Völkermord). Das betrifft zunächst allerlei Jahrestage, Hauptsache sie sind staatstragend. 500 Jahre Reformation zum Beispiel: Martin Luther, ein antikatholischer Theologe aus Wittenberg, soll einen Beschwerdebrief an die Tür der Schlosskirche gehämmert haben. Der neu erfundene Buchdruck sorgt für Verbreitung, und die Sache findet den Zuspruch von ein paar Fürsten, die sich von Rom lossagen wollen – und von vielen Bauern, die wiederum ihre Fürsten loswerden wollen. Luther entscheidet sich dann aber, die Fürsten gegen die Bauern zu unterstützen, die werden anschließend kaputtgehauen, und Luther avanciert zum Staatshelden avant la lettre. Das muss man natürlic...

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