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30.10.2017 / Thema / Seite 12

Ein zwiespältiges Erbe

Häretiker und Juden verfolgte der Reformator Martin Luther mit Vehemenz – zugleich war er einer der ersten Kritiker des Frühkapitalismus

Gert Wendelborn

Am Dienstag feiert die evangelische Kirche die 500. Wiederkehr des Lutherschen Thesenanschlags in Wittenberg. Die Redaktion hat aus Anlass des Reformationsjubiläums den evangelisch-lutherischen Theologen und ehemaligen Professor für Kirchengeschichte Gert Wendelborn um verschiedene Beiträge zu Martin Luthers Leben und Wirken gebeten. Wir veröffentlichen davon heute den letzten Teil über Luthers Kritik der Täuferbewegung sowie seinen Antijudaismus und sein Verhältnis zum Frühkapitalismus. (jW)

Ein Streitthema des frühen 16. Jahrhunderts war die Erwachsenentaufe, wie sie die Täuferbewegung praktizierte, die bald überall verfolgt wurde. Dabei ging es im Kern nicht um die Tauflehre als Bestandteil der Dogmatik, sondern um das christliche Selbstverständnis. Die oft fälschlicherweise Wiedertäufer genannten Gläubigen sahen die Säuglingstaufe als ungültig an. Taufe konnte für sie nur ein Bekenntnisakt mündiger Christen sein. Mit der Säuglingstaufe entschieden die...

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