23.10.2017 / Inland / Seite 2

»Besuche meist nur in Anwesenheit der Polizei«

Weil er sich an der Verhinderung einer Abschiebung nach Afghanistan ­beteiligte, wird Sercem Y. ­seit Monaten festgehalten. Ein Gespräch mit Cornelia Mayer

Kevin Hoffmann

Seit dem 31. Mai sitzt Sercem Y. in Nürnberg in Untersuchungshaft. Was ist an dem Tag geschehen?

Der junge Afghane Asef sollte an diesem Tag abgeschoben werden. Polizeibeamte holten ihn aus der Schule und setzten ihn in ein Auto, um die Abschiebung zu vollziehen. Erst dabei bekam er den Ablehnungsbescheid zu seinem Asylantrag ausgehändigt. Rechtliche Mittel, die er noch gehabt hätte, blieben ihm somit faktisch verwehrt. Unterstützer kamen aus anderen Schulen, auch aus politischen Zusammenhängen eilten Menschen herbei. Insgesamt waren es 300 Personen. Es entstand eine Sitzblockade vor dem Auto, so dass die Polizei Asef nicht abtransportieren konnte. Mit Verstärkung zerrten sie ihn aus dem Wagen und wollten ihn in ein anderes Fahrzeug bringen. Hierbei eskalierte die Situation völlig: Schüler und andere Aktivisten stellten sich gegen die Aktion, und die Beamten antworteten mit Gewalt. Sie setzten den Abtransport von Asef mit aller Härte durch. Menschen wurde...

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