17.10.2017 / Thema / Seite 12

Gegen Wälsche und Wenden

Vor 200 Jahren versammelten sich auf der Wartburg bei Eisenach Studenten zu einer patriotischen Kundgebung – und verbrannten Bücher ihnen nicht genehmer Autoren, darunter den »Code Napoléon«

Peter Hacks

Im Jahr 1988 veröffentlichte der Dramatiker Peter Hacks den Essay »Einer von meinen Leuten. Das Buch Ascher« in der Zeitschrift Neue deutsche Literatur. In dessen Mittelpunkt steht der jüdische Religionsphilosoph und Publizist Saul Ascher (1767–1822), der ein erklärter Anhänger Napoleons und Feind der deutschen Romantiker rund um den »Turnvater« Friedrich Ludwig Jahn war, die sich nach der Niederlage des französischen Bürgerkaisers und der Restauration der alten Mächte anschickten, einen deutschen Nationalstaat zu schaffen. Neben der Erinnerung an den nahezu unbekannten Ascher ging es Hacks vor allem um Aufklärung zwecks der »Umbewertung des Hauptabschnitts unseres gehabten Geistes«, d. h. eine Polemik gegen die auch in der DDR praktizierte Verklärung der Befreiungskriege und der romantischen deutschen Nationalbewegung. Das vor 200 Jahren begangene Wartburgfest, um das sich bis heute Mythen ranken, nimmt in Hacks’ Essay eine zentrale Stelle ein. Die Redak...

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