13.10.2017 / Feuilleton / Seite 11

Blut und blöder

Zum Kinostart der Filmkomödie »Vorwärts immer!«

Matthias Krauß

Frühjahr 1986, Studentenfete in Leipzig. Als Absolvent der Sektion Journalistik war ich für den Start ins Berufsleben nach Potsdam vermittelt worden, genau wie ein Absolvent der Theaterhochschule »Hans Otto«. In welchem Stadtteil er denn wohnen werde, fragte ich diesen Schauspieler. Ach, in Babelsberg. Kleiststraße 3? Ja, ich auch.

Jörg Schüttauf wohnte im Dachgeschoss. Bei ihm drang das Wasser von oben ein, bei mir im Parterre kam die Feuchtigkeit aus dem Keller. Wir haben in jenen Jahren häufig mal einige Gläser zusammen geleert. Er führte berechtigte Klage über die Zustände im Honecker-Staat, und ich bemühte mich, ihm darzulegen, dass der Sozialismus bei alldem seine Vorzüge hat und es sich lohnt, um ihn zu kämpfen. Wir haben uns wohl beide prächtig amüsiert. Dass Schüttauf einmal den Politiker Honecker spielen würde, war unvorstellbar.

Nun ist »Vorwärts immer!« mit ihm in dieser Rolle in die Kinos gekommen. Wie soll das funktionieren? fragt man sich u...

Artikel-Länge: 5617 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe