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13.10.2017 / Ausland / Seite 7

Journalistin vor Gericht

Scharfe Kritik an Verfolgung von Mesale Toluin der Türkei. Anklage offensichtlich ­konstruiert

Kevin Hoffmann

Der Prozess gegen die deutsche Journalistin Mesale Tolu in der Türkei begann wie schon ihre Verhaftung im April unter zweifelhaften Vorzeichen. Der am Mittwoch in Silivri bei Istanbul eröffneten Verhandlung saß mit Mustafa Cakar derselbe Richter vor, welcher bereits die Untersuchungshaft gegen Tolu verhängt hatte, obwohl dies laut der türkischen Strafprozessordnung nicht zulässig ist. Einen darauf bezogenen Befangenheitsantrag lehnte der Richter ab.

»Meine Tochter ist seit fünfeinhalb Monaten im Gefängnis. Es wird versucht, gegen sie eine Strafe von 15 Jahren zu verhängen. Doch alle Anschuldigungen gegen sie sind leere Lügen«, sagte Ali Riza Tolu vor der Prozesseröffnung gegenüber Journalisten. Als Beobachter nahmen unter anderem der Abgeordnete der prokurdischen HDP, Erdal Atas, und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der deutschen Linkspartei, Heike Hänsel, sowie zwei Vertreter des deutschen Konsulats teil.

Der Prozess selbst begann mit der Überpr...

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