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14.10.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Ärzte oder Panzer

Mehr Geld für das Militär? In Polen protestieren Nachwuchsmediziner gegen stiefmütterliche Behandlung des öffentlichen Gesundheitswesens

Reinhard Lauterbach

Seit Anfang dieses Monats sind in einem Warschauer Krankenhaus 22 sogenannte Residenzärzte im Hungerstreik. Die Aktion ist landesweit abgesprochen, und wenn einer der Teilnehmer gesundheitliche Probleme bekommt und aussteigen muss, springt ein anderer ein. Die »Residenten« sind Mediziner, die nach ihrer Approbation ihre Facharztausbildung machen, derzeit 22.000 in ganz Polen. Sie protestieren nicht nur gegen ihre schlechten Arbeitsbedingungen, sondern fordern auch generell eine Erhöhung der staatlichen Aufwendungen für das öffentliche Gesundheitswesen. Wegen dieser nichtständischen Herangehensweise, die ausdrücklich auch andere Berufe wie Krankenschwestern und -pfleger oder Physiotherapeuten einschließt, erfahren sie viel Zuspruch aus der Gesellschaft. Auch die Medien geben sich bis jetzt im allgemeinen verständnisvoll.

In der Situation der »Residenten« spiegeln sich alle Probleme des polnischen Gesundheitswesens wider. Es ist erstens dramatisch unterfina...

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