07.10.2017 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Im AfD-Staat

Arnold Schölzel

Am 30. September titelte die Süddeutsche Zeitung (SZ) auf ihrer Wirtschaftsseite: »Die deutsche Finanzkrise ist abgehakt – für 43.000 Euro«. Der Sarkasmus galt den Strafzahlungen für zwei frühere Vorstände der bis 2008 drittgrößten deutschen Bank, der Hypo Real Estate (HRE) in München. Deren ehemaliger Chef Georg Funke muss laut Urteil des dortigen Landgerichts 18.000 Euro für wohltätige Zwecke zahlen, sein früherer Finanzvorstand Markus Fell 25.000 Euro. Das war’s. Die HRE wurde seinerzeit nach ungezügelter Zockerei mit zehn Milliarden Euro Steuergeldern vor dem drohenden Zusammenbruch »gerettet«, außerdem übernahm der Staat Garantien und Bürgschaften in Höhe von 124 Milliarden Euro. Schuldbewusstsein der beiden Angeklagten: null. Die SZ definierte mit Bezug auf Funke die Vokabel »Bankster«: »Etwas Banker, ganz viel Gangster, und vor allem: endlos gierig.« Zitat aus der Urteilsbegründung: »Ob die erforderlichen Beweiserhebungen noch vor Ablauf der absolu...

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