30.09.2017 / Geschichte / Seite 15

Nebenprodukt der Rüstung

Vor 60 Jahren schickte die Sowjetunion den ersten Satelliten ins All. Der Westen war »not amused«

Reinhard Lauterbach

Wenn man heute »Sputnik-1 Signal« in seine Suchmaschine eingibt, bekommt man ein Audio geliefert, das, unterbrochen durch Rauschkaskaden im Gegentakt, in schnellem Tempo eine kleine Terz wiederholt: e - e - fis - g, und von vorne. Es könnte die Tonfolge eines Technosets sein, war aber der Sound, der den Beginn einer neuen Ära der Wissenschaft verkündete: jener der Raumfahrt. In der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober 1957 hatten sowjetische Ingenieure von einer Startrampe in Kasachstan aus den ersten künstlichen Erdsatelliten ins All geschossen. Die Alukugel erhielt den Namen »Sputnik« (Weggefährte, Begleiter) und umkreiste die Erde auf einer elliptischen Bahn zwischen 289 und knapp 1.000 Kilometern Höhe. Nach 92 Tagen und 1.440 Erdumrundungen verglühte sie in der Atmosphäre.

Der Sputnik war ein Nebenprodukt der sowjetischen Nachrüstung mit strategischen Waffen. Das Land hatte zwar schon 1949 seine erste Atombombe getestet und vier Jahre später die erste Wass...

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