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30.09.2017 / Ausland / Seite 2

EU-Motor im Leerlauf

Unmut über Brüssel und Berlin beim »Digitalgipfel« in Tallinn

Dieter Schubert

In Tallinn wollten die Anführer der Europäischen Union am Freitag zweierlei erreichen: den von der derzeitigen Ratspräsidentschaft gewünschten »Digitalgipfel« überstehen und zwischendurch ein bisschen quatschen, kungeln und temporäre Allianzen für die kommenden Heimsuchungen schmieden.

Erwartungsgemäß wurden die offiziellen Themen eher routiniert abgehandelt. Gastgeber Estland präsentierte sich als »E-Estonia«, das Vorzeigeland digitalen Fortschritts in »Europa«. Und weil das anscheinend kein Selbstzweck ist, verwies die Führung der baltischen Republik darauf, dass man weltweit das erste Land war, in dem Bürger online wählen konnten. Fast alle Behördengänge könnten heutzutage mit ein paar Mausklicks über das Internet erledigt werden. Das ist schön. Digitalisierung sei die DNA Estlands und müsse auch Teil der europäischen DNA werden, sagte ausgerechnet EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, der Mann, dem man gerne vorwirft, kein Smartphone zu besitze...

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