23.09.2017 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Verschüttete Wurzeln

Kleine Völker Russlands. Im europäischen Teil der Föderation sind die finno-ugrischen Sprachen und Kulturen kaum noch zu Hause

Alexandre Sladkevich

Seit Urzeiten siedeln sie hier. Doch im Alltag sucht man nach Spuren ihrer Identität meist vergeblich in den Teilen Europas, die seit Jahrhunderten unter russischem Einfluss stehen. Wenn ein Echo der finno-ugrischen Ursprünge überhaupt wahrnehmbar bleibt, ist das jenen Menschen zu verdanken, die sich für den Erhalt dieser Sprachen und Kultur einsetzen. So wie Maria Spizyna (38), die in Petrosawodsk, der Hauptstadt der Republik Karelien, 400 Kilometer nordöstlich von Sankt Petersburg, lebt. Maria arbeitet bei der karelischen Zeitung Oma Mua (deutsch »Heimatland«). Nebenher schreibt sie Geschichten für Kinder. Mit Stolz berichtet die Karelierin über ihre Vorfahren: »Meine Wurzeln liegen im Runensänger-Stamm von Remschijewy.« Solche Runen, von wandernden Sängern mündlich überlieferte Volksdichtungen, beherrschen heute nur noch einige wenige alte Menschen. Fünfzig Runen, die epischen Lieder, bilden das Epos Kalevala, das auf uralte mündliche Überlieferungen a...

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