12.09.2017 / Feuilleton / Seite 11

Die Unstadt

Eine Stadt ist kein Konzern: »Bonnopoly«, das neue Musterstück von Volker Lösch

Glenn Jäger

Eier und Tomaten flogen dann doch nicht in den Bonner Kammerspielen, als dort am Samstag »Bonnopoly« Premiere hatte. Vielleicht waren sich die anwesenden Stadtratsmitglieder zu fein dafür. Unter der Regie von Volker Lösch geht es um »das WCCB, die Stadt und ihren Ausverkauf«, so der Untertitel. Erzählt wird die haarsträubende Geschichte des Prestigeprojekts »World Conference Center Bonn« (WCCB) und die desaströsen sozialen Folgen. Einer der größten und vertracktesten Bauskandale der jüngeren Vergangenheit, von Lösch kompakt auf die Bühne gebracht.

Vorhang auf: Nach der knapp verlorenen Entscheidung über die Hauptstadtfrage Bonn oder Berlin erstarrt ein halbes Dutzend Politiker in Nostalgie. Passend dazu das Bühnenbild, das dem Bad Godesberger Prominentenrestaurant »Maternus« nachempfunden ist, in dem einst Willy Brandt, Helmut Kohl oder Franz Josef Strauß verkehrten. Erst eine Ruck-Rede reißt sie aus der Lethargie, verkörpert von einem Mann aus der Genera...

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