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04.09.2017 / Inland / Seite 8

»Es ist die übliche Alarmliteratur«

Vorsitzender des Richterbunds hat ein Buch vorgelegt, das fachlichen Kriterien nicht genügt. Gespräch mit Thomas Fischer

Kristian Stemmler

Mit dem Buch »Das Ende der Gerechtigkeit« hat der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, DRB, Jens Gnisa, Direktor des Amtsgerichts Bielefeld, einen Bestseller gelandet. Gnisa sieht das Land bedroht durch Parallelgesellschaften, fordert Härte bei Abschiebungen. Sind das nicht AfD-Positionen?

So einfach ist die Sache nicht. Im übrigen müsste man sich, selbst wenn es AfD-Positionen wären, damit befassen. Was Gnisa als Beschreibung formuliert, hat er sich nicht ausgedacht. Er formuliert – mit Bedacht – Beschreibungen, bei denen er auf breite Zustimmung rechnen darf. Das ist ja der Grund für solche Bücher.

Während Asylbewerber, Leistungsbezieher und Linke bei Gnisa nicht gut wegkommen, hat er offenbar ein Herz für Autofahrer?

Das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Es scheint so. Sein Feldzug gegen die Verkehrsordnungswidrigkeiten ist natürlich skurril. Vielleicht ist er selbst zu oft geblitzt worden. Ansonsten bietet das Buch eine Fülle von nicht erklärten Rege...

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