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02.09.2017 / Ausland / Seite 6

Spurlos »verschwunden«

Trotz internationaler Ächtung sind politisch motivierte Verschleppungen in vielen Ländern noch immer an der Tagesordnung

Volker Hermsdorf

Einen Monat nach seinem Verschwinden fehlte in Argentinien am Freitag von dem Aktivisten Santiago Maldonado noch immer jede Spur. Menschenrechtsgruppen und die Familie des Verschwundenen hatten deshalb am 1. September erneut zu einer Massenkundgebung auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires aufgerufen. Obwohl mehrere Augenzeugen bestätigten, dass der 28jährige am 1. August während einer Protestaktion im Süden des Landes von Polizisten verschleppt worden war, bestreitet die Polizei, Sicherheitsministerin Patricia Bullrich und Präsident Mauricio Macri jede Verantwortung des Staates. Die Menschenrechtsaktivistin Hebe de Bonafini warf der Regierung vor, den Fall vertuschen zu wollen. Als Vorsitzende der Vereinigung der Mütter der Plaza de Mayo, deren Kinder unter der Militärdiktatur in Argentinien von 1976 bis 1983 für immer verschwanden, sieht de Bonafini Ähnlichkeiten im Vorgehen der Macri-Administration mit dem damals von der Regierung initiierten und lange u...

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