26.08.2017 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Und danach spricht man nicht mehr darüber«

Gespräch mit Mai-Phuong Kollath. Über ein zum Zeremoniell verkommenes Gedenken an die rassistischen Übergriffe in Rostock-Lichtenhagen und die lange Geschichte des Rassismus in der Region

Rocko Allwerth

Die Stadt Rostock erinnert dieser Tage an das Pogromwochenende in Rostock-Lichtenhagen vor 25 Jahren. Zwischen dem 22. und 26. August 1992 wurde dort von einem Mob das sogenannte Sonnenblumenhaus in Brand gesteckt. Nun sollen Diskussionen über die damaligen Ereignisse geführt, Skulpturen aufgestellt und die Vielfalt der Kulturen gefeiert werden. Ist dies eine angemessene Form des Gedenkens?

Was ich immer wieder feststellen musste, ist, dass die Gedenkveranstaltungen ausschließlich einer Konjunktur folgen. Am 10. Jahrestag wurde mit großem Aufwand an die Ereignisse erinnert, wohingegen die ersten neun Jahre gar nichts passiert ist. Zum 20. Jahrestag wurde der Ereignisse in größerem Rahmen gedacht, zum 25. ist das nun wieder der Fall. Dazwischen passiert nichts. Das Ganze entspricht eher einem Ritual, das einfach durchgezogen wird. Es wird jedes Mal mehr oder weniger dasselbe gemacht, und die Ergebnisse stehen schon im Vorfeld fest. Da ich aber seit sieb...

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