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22.08.2017 / Thema / Seite 12

Erfolge und Rückschläge

70 Jahre nach Erreichen der indischen Unabhängigkeit lauern heute neue Gefahren, die am Fundament des staatlichen Gemeinwesens rütteln (Teil II und Schluss)

Thomas Berger

Es war keine leichte Aufgabe, die 1947 Indiens Regierungsmannschaft der ersten Stunde zu bewältigen hatte. Die meisten der Spitzenpolitiker waren Veteranen der Unabhängigkeitsbewegung, kaum einer verfügte über praktische Verwaltungserfahrung. So übernahm Premier Jawaharlal Nehru, der bis zu seinem Tod 17 Jahre lang zur überragenden Führungspersönlichkeit, zum Identitätsstifter und gerade nach dem Tode Gandhis zur wichtigsten moralischer Autorität werden sollte, zunächst den Großteil des (schon länger stark mit einheimischen Kräften besetzten) kolonialen Beamtenapparats. Dies verhinderte zwar völliges Chaos, sollte aber aufgrund der Schwerfälligkeit des Systems zum Hemmschuh einer weiteren Entwicklung werden. Denn Effizienz war in diesen Strukturen ein Fremdwort, und bis in die neunziger Jahre herrschte im Dickicht der Bürokratie ein Eigenleben, das den Fortschritt oftmals regelrecht erdrückte.

Dennoch konnten sich Nehru und die Seinen glücklich schätzen, ...

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