18.08.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Misshandelt und verbrannt?

Im Fall des in einem Polizeirevier in Sachsen-Anhalt verbrannten Oury Jalloh bestehen größte Zweifel an Brandanalyse – Generalstaatsanwalt setzt Ermittler ab

Susan Bonath

Dutzende Journalisten verfolgten am 18. August 2016 einen experimentellen Brandversuch im sächsischen Schmiedeberg. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hatte mit diesem vermeintlichen Gutachten demonstrieren wollen, dass sie nach Jahren der Geheimniskrämerei und Vorwürfen der Verschleppung »Transparenz« im Todesermittlungsverfahren Oury Jalloh herstellen will. Denn bis heute ist ungeklärt, wie der Geflüchtete am 7. Januar 2005 binnen 20 Minuten, an Händen und Füßen in einer Schlichtzelle gefesselt, im Polizeirevier Dessau bis zur Unkenntlichkeit verbrennen konnte. Viele Indizien sprechen für einen Mord. Ein seriöses Gutachten blieb aus.

Offensichtlich ist die Justiz unter Druck: Die Generalstaatsanwaltschaft Sachsen-Anhalt hat das Verfahren jetzt aus Dessau abgezogen, wie deren Sprecher Klaus Tewes unerwartet am Mittwoch mitteilte. Die Ermittlungen habe die Staatsanwaltschaft Halle übernommen, und zwar bereits im Juni. Man habe dies erst jetzt mitgete...

Artikel-Länge: 8143 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe