15.08.2017 / Ausland / Seite 6

Altbekannte Repression

In Argentinien »verschwindet« ein Aktivist nach Auseinandersetzung mit Gendarmerie

Volker Hermsdorf

Tausende Argentinier haben am Freitag nachmittag (Ortszeit) auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires Aufklärung über den Verbleib des Aktivisten Santiago Maldonado verlangt. Die Demonstration war der bisherige Höhepunkt einer landesweiten Protestwelle. Der 28jährige hatte sich am 1. August in der 1.800 Kilometer südlich der Hauptstadt gelegenen patagonischen Provinz Chubut einem Protest des dort lebenden Mapuche-Volkes angeschlossen und wird seitdem vermisst. Laut Augenzeugen war er von Polizisten in einen Lieferwagen gezerrt worden. Innenministerin Patricia Bullrich bestreitet das. »Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie ihn mitgenommen haben«, erklärte die Politikerin. Maldonados jüngerer Bruder Germán ist sich dagegen sicher: »Es handelt sich um gewaltsames ›Verschwindenlassen‹.«

Das befürchten auch argentinische Menschenrechtsaktivisten wie die Großmütter der Plaza de Mayo, die von der Innenministerin Aufklärung statt Beschwichtigung verlangen. Friedens...

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