14.08.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Teure Industriepolitik

Russland will seinen Flugzeugbau wiederbeleben. Wegen technischer Schwierigkeiten und westlicher Sanktionen weiß niemand, ob daraus etwas wird

Reinhard Lauterbach

Mit sowjetischen Flugzeugen zu fliegen war immer etwas Besonderes. Ob es die nach vorn klappbaren Sitze waren, die einem in nicht ausgelasteten Maschinen erlaubten, ohne Aufpreis für die – nicht existierende – Businessclass die Füße hochzulegen, oder die elementare Kraft der Beschleunigung, wenn der Pilot eine »Tu-154« mit Vollschub über die Startbahn jagte – das bekommt man in keinem Airbus so geboten. Und die Meisterschaft, mit der derselbe Pilot die Maschine auf der spiegelglatten Rollbahn eines sibirischen Flughafens sicher zum Stehen brachte. Das ist vorbei. Die sowjetischen Flugzeuge waren lauter und verbrauchten mehr Kerosin als ihre westlichen Konkurrenten. Das eine verdrängte sie von den Auslandsstrecken, das andere auch aus dem Binnenverkehr. Heute gehört der russische Flugzeugmarkt zu mehr als 80 Prozent westlichen Herstellern. Airbus und Boeing teilen ihn sich etwa zur Hälfte auf. Es bleiben 20 Prozent sowjetische Altbestände, die allmählich a...

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