12.08.2017 / Ansichten / Seite 8

Das Ziel ist China

US-Aggression in Ostasien

Sebastian Carlens

Als die Volksrepublik China zu Beginn der Woche ein Marinemanöver vor der Küste Nordkoreas durchführte, hatten die hiesigen Leitmedien einen Verdacht. Muss sich Kim Jong Un jetzt etwa einen neuen Verbündeten suchen? Die Welt ahnte, dass die Übung »als Warnung an Nordkorea« gemeint sein könne. Dass das nicht der Fall ist, darauf hätten die deutschen Schreibtischstrategen auch von selbst kommen können. Warum sollte China, das 1.400 Kilometer Landgrenze mit der DVRK teilt, einen Angriff über den vielfach komplizierteren Seeweg proben?

Die Volksrepublik mag mit Nordkorea zufrieden sein oder nicht, an den außenpolitischen Konstanten in Ostasien hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert. Die erste lautet: Korea befindet sich seit den 50er Jahren im Kriegszustand, der nur durch eine Waffenruhe unterbrochen ist. Sowohl die USA als auch China waren damals Kriegsparteien; sie sind es, so gesehen, noch heut...

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