12.08.2017 / Ausland / Seite 6

Klatsche für die Gewerkschaft

Automobilkonzernen wie Nissan gelingt es in den USA immer wieder, Arbeiterrechte zu umgehen

Stephan Kimmerle, Seattle

»Der Gewerkschaft geht es nur um sich selbst. Das ist alles, es dreht sich um Gier«, tönte es in dem Fernsehspot des Autokonzerns Nissan in Canton, Mississippi. Die Antigewerkschaftskampagne lief auf allen Kanälen; im Lokalfernsehen, im Radio und online – sowie per Video im Werk selbst. Meilenweit riefen Anzeigetafeln zu einem »Nein« auf, um die United Automobile Workers (UAW) auch in Zukunft aus dem Betrieb fernzuhalten. Nicht nur in Mitarbeiterversammlungen, auch in Einzelgesprächen versuchte der japanische Konzern die Einflussnahme der Gewerkschaft abzuwenden.

Ende vergangener Woche stimmten dann 63 Prozent der Nissan-Arbeiter gegen eine gewerkschaftliche Repräsentanz. Nur 37 Prozent folgten dem Gesuch der UAW, den Grundstein für zukünftige Tarifverträge zu legen. Hunderte Vertragsarbeiter durften dabei nicht abstimmen, von den 6.400 Beschäftigten im Werk waren nur rund 3.700 zur Stimmabgabe aufgerufen.

Damit scheitert die UAW erneut bei dem Versuch, i...

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