05.08.2017 / Geschichte / Seite 15

Besser eine Kohlrübe

Vor 85 Jahren wurde der Pazifist Emil Julius Gumbel aus der Universität Heidelberg gejagt. So wie er es tat, durfte des Weltkriegs nicht gedacht werden

Otto Köhler

Im Jahr 1945, als Hitler ziemlich verbrannt war, hatte der Lehrkörper der Universität Heidelberg vordringlich die eine Sorge, Gumbel könne zurückkommen, Professor Emil Julius Gumbel, mit dessen Vertreibung die Alma mater heidelbergensis schon am 6. August 1932 das »Dritte Reich« eröffnet hatte.

Gumbel, der die Ehre hatte, auf der ersten Ausbürgerungsliste der Nazis vom 23. August 1933 zu stehen, war noch über Hitlers Ende hinaus verhasst, weil er von ihrem Anfang an jene Lebenslüge der Weimarer Republik entlarvt hatte, nach der diese unter einem Ansturm von rechts und von links als in die Zange genommenes Unschuldskind ums Leben gekommen sei. Doch diese misslungene Republik – von Sozialdemokraten nur ausgerufen, damit sie keinen spartakistischen Geburtsschein bekomme – hatte von ihrer ersten Stunde an die Machtmittel des Staates ihren Feinden in die Hand gelegt: der aus den Todesschwadronen der Freikorps entstandenen Reichswehr und einer Justiz, die mit S...

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