04.08.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Freunde und Helfer

NSU-Prozess: Schalldämpfer wiegt im Plädoyer der Bundesanwälte gegen mutmaßliche Unterstützer schwer. Staatliche Verstrickungen bleiben Reizthema

Claudia Wangerin

Fertig ist die Bundesanwaltschaft mit ihrem mehrtägigen Schlussvortrag vor der Sommerpause im NSU-Prozess nicht mehr geworden. Nachdem sie vergangene Woche Belege für die Mittäterschaft von Beate Zschäpe referiert hatte, aber auch Seitenhiebe gegen Nebenklagevertreter nicht lassen konnte, ging sie diese Woche ausführlich auf die mutmaßlichen NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben und Carsten S. ein. Ihnen wird Beihilfe zu neun Morden vorgeworfen – allerdings sehen die Bundesanwälte zwischen ihnen einen Rollenunterschied. Bezogen auf Wohlleben, habe der Verkäufer der Tatwaffe ausgesagt: »Ich habe dem die Scheißknarre besorgt«, zitierte Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten am Dienstag aus der Zeugenvernehmung. Der Szeneshopbetreiber, der die Pistole »unter dem Ladentisch« verkaufte, habe also Wohlleben als »Spiritus Rector« wahrgenommen und nicht S., den Kontaktmann.

Der heute 37jährige Carsten S., zur Tatzeit um die Jahrtausendwende noch heranwachsend, hatte zu Beg...

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