02.08.2017 / Thema / Seite 12

Ästhetik der Revolution

Die Umwälzungen von 1917 und 1918 führten bei ­vielen Künstlern zu einer Neubestimmung ihrer Praxis und einer anhaltenden Debatte über den politischen Gebrauchswert der Kunst

Jürgen Pelzer

Die Umwälzungen der russischen Oktoberrevolution betrafen nicht nur Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch das künstlerische und kulturelle Leben in seiner Gesamtheit. Dabei lässt sich dieser Prozess nicht einfach darauf reduzieren, dass man eine (gute) Avantgarde dem drögen Konzept eines sozialistischen Realismus gegenüberstellt, das sich gegen Ende der 1920er Jahre durchgesetzt habe bzw. »von oben« verordnet worden sei. Die kulturelle Situation in Deutschland weist zahlreiche Parallelen, aber auch markante Unterschiede auf: Die Revolution, die im November 1918 als Reaktion auf das unsägliche, im Krieg noch gesteigerte Leid weitester Bevölkerungsschichten begann, doch sehr bald abgewürgt wurde, brachte zwar keine neue Gesellschaft hervor, doch im linken Lager sollte es auch hier zu langwierigen Diskussionen über die Rolle einer zukünftigen sozialistischen bzw. kommunistischen Kunst und Kultur kommen. Sie sollte an die Stelle einer im Inhalts...

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