29.07.2017 / Feuilleton / Seite 11

Kammerspiel und Mystizismus

Andrej Kontschalowskis »Paradies« scheitert auf hohem Niveau

Kai Köhler

Olga, russische Aristokratin im französischen Exil, wird im Zweiten Weltkrieg als Résistance-Kämpferin gefangengenommen, von dem Kollaborateur Jules verhört und in ein deutsches KZ verschleppt. Hier trifft sie einen Verehrer aus ihrer Vergangenheit: den jungen Helmut, mit dem sie vor einigen Jahren eine einzige Nacht verbracht hatte, dessen Briefe sie seitdem unbeantwortet ließ und der nun in der Hierarchie der SS weit aufgestiegen ist. Helmut nimmt Olga als Bedienstete zu sich. Damit ist die Gefangene zeitweise vor den schlimmsten Qualen geschützt, und eine komplizierte Beziehung beginnt.

So ambivalent wie dieses Verhältnis ist auch der Film. Wird hier historisch Besonderes sichtbar, das uns heute noch angeht? Oder handelt es sich nur um eine triviale Geschichte von Liebe und Macht, der eine KZ-Szenerie auf geschmacklose Weise Bedeutung verleihen soll? Die Antwort fällt schwer.

Auf der positiven Seite steht das Kammerspielartige der Inszenierung. Mehr al...

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