28.07.2017 / Feminismus / Seite 15

»Autoritäre Sehnsüchte«

Ein neuer Sammelband setzt sich mit etwas überspannten queerfeministischen Debatten auseinander. Weniger Polemik hätte manchen Texten gutgetan

Michael Zander

Queerfeministinnen haben während der vergangenen Jahre vor allem zwei wichtige Debatten in der Linken angestoßen: Zum einen argumentierten sie entschieden gegen die Verdinglichung von Geschlechtlichkeit und sexuellem Begehren. Stärker als ihre Vorläuferinnen hat die queerfeministische Bewegung angebliche Gewissheiten über »Zweigeschlechtlichkeit« hinterfragt und die Themen Inter- und Transsexualität auf die Tagesordnung gesetzt. Zum anderen wandte sie sich von der älteren »Identitätspolitik« ab, die sich an jeweils nur einem Verhältnis abarbeitete, etwa dem zwischen Frauen und Männern, Hetero- und Homosexuellen oder Behinderten und Nichtbehinderten. Dagegen fragte sie nach der »Intersektionalität«, also nach der Überschneidung verschiedener Diskriminierungserfahrungen. Man kann Einwände gegen ihre Theorien haben. So beruht die queerfeministische »Dekonstruk­tion« auf der anfechtbaren linguistischen These, Zweigeschlechtlichkeit werde vor allem durch »Spre...

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