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15.07.2017 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Drang zum Schießbefehl

Arnold Schölzel

Etwas wirr ging es im deutschen Konservatismus seit jeher zu. Ihm fehlte lange ein echtes Reich, zu dem es zurückgehen sollte, Hitler erfüllte nicht alle Hoffnungen. Aber auf einiges war Verlass: Man ritt wie Josef Neckermann, der Profiteur von »Arisierungen«, mit steifem Rücken für Deutschland, ehrte die Obrigkeit, die man selbst verkörperte, züchtete Untertanen, die zum Erschossenwerden willig waren, und nahm sich am britischen Adel ein Beispiel, etwa an dessen Prinzip »steife Oberlippe«. Man erklärt nichts und jammert auch nicht, schon gar nicht, wenn man zwei Weltkriege und seit 1990 wieder jede Menge Feldzüge auf dem Kerbholz hat.

Seit dem Hamburger G-20-Gipfel aber ist es, so scheint’s, um den deutschen Konservativen geschehen, keine Contenance mehr – siehe FAZ. Dem Blatt galt bislang Angela Merkel als Alleinschuldige am Niedergang von Ehe, Atomkraft und biologischer Reinheit der Deutschen, nun stellt sich heraus: Schuld ist ein alter Bekannter – de...

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