14.07.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Blockadebrecher Siemens?

Münchner Konzern soll trotz verhängter Sanktionen Turbinen für die Krim geliefert haben. Über US-Generatoren dort redet hingegen niemand

Reinhard Lauterbach

Zwei im Bau befindliche Kraftwerke auf der Krim sollen mit je zwei Gasturbinen des Münchner Siemens-Konzerns ausgerüstet werden. Die beiden für das Objekt bei Sewastopol bestimmten Turbinen – jede von der Größe eines Einfamilienhauses – sind schon vor Ort und warten auf den Einbau. Zwei weitere für das Kraftwerk bei Simferopol sind offenbar noch auf dem Transportweg. Anscheinend gestützt auf US-amerikanische Satellitenbilder wird seitdem skandalisiert, dass Siemens womöglich gegen die Russland-Sanktionen verstoßen habe.

Der Münchner Konzern verteidigt sich mit dem Argument, die Turbinen seien ursprünglich für ein geplantes Kraftwerk auf dem russischen Festland – das nicht von den Sanktionen betroffen ist – bestimmt gewesen. Dieses Geschäft wurde 2015 angebahnt, offiziell für ein Kraftwerksprojekt auf der südrussischen Halbinsel Taman. Diese liegt gegenüber der Krim im Kuban-Gebiet. Im nachhinein wissen die Qualitätsmedien, dass der »wirtschaftliche Sinn d...

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