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13.07.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Ukraine blutet aus

Millionen Menschen suchen Arbeit im Ausland. Vor allem in Polen sind sie als billige Malocher willkommen

Yunus Cetin

Unlängst reiste ich bei Lwiw über die Grenze aus der Ukraine nach Polen. In dem Kleinbus saßen neben mir noch sechs Ukrainer. Der Blick auf ihre Hände verriet, dass sie ihr Geld in der Landwirtschaft verdienten. Kurz vor der Grenze reichte der Fahrer jedem 250 Euro. Die Scheine mussten sie den polnischen Grenzern vorweisen wie alle Touristen, die in die EU einreisen. Sie sind der Beleg, dass sich die Personen selbst versorgen und nicht auf Almosen der EU angewiesen sein werden. Unmittelbar hinter der Grenze reichten sie das Geld zurück – mit 200 Griwna Zinsen, umgerechnet rund sieben Euro. Dann kehrte der Fahrer um und holte die nächste »Touristengruppe« aus der Ukraine.

Ich hatte keinen Zweifel: Die Männer reisten mit ihrem geliehenen »Ticket« zur Schwarzarbeit. In Polen herrscht Mangel an Arbeitskräften, doch Emigranten lässt man nicht ins Land. Man nutzt die »dritte Welt« vor der eigenen Haustür: Etwa 95 Prozent der offiziell von polnischen Firmen besc...

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