04.07.2017 / Thema / Seite 12

Ein Nachmittag beim »Führer«

Am 4. Juli 1927 trafen sich Adolf Hitler und Emil Kirdorf zu einer vertraulichen Unterredung in München. Der Ruhrindustrielle gehörte zu den einflussreichen Vertretern der Bourgeoisie, die den Aufstieg des Faschismus förderten

Reiner Zilkenat

Der 4. Juli 1927 war ein denkwürdiger Tag für Adolf Hitler. Der »Führer« der NSDAP wurde zu einem Treffen mit einem der mächtigsten Industriellen Deutschlands geladen. In der Münchner Villa des Verlegers Hugo Bruckmann wollte ihn kein Geringerer als Emil Kirdorf bei einem Gespräch unter vier Augen näher kennenlernen. Er wollte herausfinden, ob der inzwischen auch außerhalb Bayerns agierende Politiker vom äußersten rechten Flügel die politische und materielle Unterstützung großindustrieller Kreise von Rhein und Ruhr tatsächlich verdienen würde. Noch war Hitler mehr »Trommler« als »Führer«, noch schien es angesichts der mittlerweile relativ stabilen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland keinen Bedarf für potentielle Diktatoren vom Schlage des Österreichers zu geben. Aber dessenungeachtet hatte der Demagoge aus München zuletzt mit Vorträgen vor Industriellen, Managern und Repräsentanten industrieller Interessenverbände an Rhein und Ru...

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