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28.06.2017 / Feuilleton / Seite 11

Ein Menetekel

Berlin zerschlägt sein bestes Theater. Die Abgeordneten im Kulturausschuss atmen tief durch

Anselm Lenz

Wäre es doch nur eine Provinzposse: Ein Musikmanager bringt’s in der SPD zum Kulturstaatssekretär, macht mit Events für »die neue Mitte« Schlagzeilen. Als er gegen Ende seiner Amtszeit den Manager einer Londoner Galerie zum Intendanten eines Theaters macht, schüttet ein Schauspieler aus dem Ensemble ihm Bier über den Kopf.

Mitte Mai stellte der von Tim Renner zum Intendanten der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin berufene Chris Dercon sein Programm für die kommende Spielzeit vor. 16 von 18 »Premieren« sind letztlich eingekaufte Gastspiele. In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben der Belgier und seine Oberspielleiterin Marietta Piekenbrock mit drei Millionen Euro Sonderbudget für die Programmplanung nichts zustande gebracht, was ein fähiger Eventmanager mit Laptop und Telefon nicht auch hätte auf die Beine stellen können: ein paar Anleihen bei Kunstfestivals, ein bisschen Performance, Popmusik, Youtube-Filme, Fotoprojektionen und Planungen für neue...

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