20.06.2017 / Feuilleton / Seite 11

Friedhofshilfsgärtnern

Wiglaf Droste

An einem Montagvormittag im Juni ging ich friedhofshilfgärtnern. Das könnte ich in dieser Jahreszeit jeden Tag tun: Blumen und andere Pflanzen besorgen, Erde und Pinienrinde, und dann auf dem Friedhof arbeiten. Grabpflege ist nachgetragene Liebe; das ist, wohl verstanden, nicht Aberglaube, Konvention oder demonstratives Verhalten für die Galerie, sondern das Festhalten an und das Aufrechterhalten einer innigen Verbindung.

Die konzentrierte Arbeit in der Stille und Ruhe des Friedhofs und der Anblick der Bäume und Blumen klären den Geist, und die Menschen, die hier wohnen, sind leise. Der Tod zeigt sein Sonntagsantlitz, er verlierte seinen Schrecken und macht das Leben schön, und inmitten all dessen zupft, rupft, pflanzt, grubbert und rindenmulcht man so herum und hält auch ein Schwätzchen mit den...

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