20.06.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Man hat den Bewohnern nicht zugehört«

Über neoliberale Politik und unzureichende Brandschutzvorschriften. Ein Gespräch mit Paul Kershaw

Christian Bunke

In Ihrer Arbeit sind Sie täglich mit Menschen in Kontakt, die in Londoner Sozialwohnungen leben. Wie waren deren Reaktionen auf die Brandkatastrophe am vergangenen Mittwoch?

Am Tag nach dem Feuer sind in ganz London zahlreiche Menschen auf unsere Gewerkschaftsmitglieder zugekommen. Es gibt große Angst. Und eine große Wut darüber, dass man den Bewohnern des Hauses nicht zugehört und das Feuer verhindert hat. Übrigens hat man den Menschen geraten, im Brandfall in ihren Wohnungen zu bleiben. Jene, die überlebt haben, sind sehr froh, sich nicht daran gehalten zu haben.

Ein Großteil der Wut scheint sich auf die Politiker zu richten. Was haben diese konkret zu verantworten?

Das Grenfell-Hochhaus wird im Auftrag der Stadtteilregierung von Kensington und Chelsea betrieben. Das ist eine der reichsten Gegenden Londons. Hier regieren die Konservativen. Die Bewohner haben wiederholt den Kontakt gesucht aufgrund schlechter Brandschutzmaßnahmen. Doch ihnen hat keiner zuge...

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