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13.06.2017 / Titel / Seite 1

Regieren wie Gott in Frankreich

Überwältigende Parlamentsmehrheit für Staatschef Macron. Parti socialiste erlebt historischen Tiefpunkt

Hansgeorg Hermann

Mit ausgesprochenem Desinteresse haben die Franzosen am Sonntag die erste Tour zur Nationalwahl hinter sich gebracht. Bei einer Wahlenthaltung von mehr als 50 Prozent ging nicht einmal jeder zweite der rund 47 Millionen Wahlberechtigten an die Urnen. Großer Gewinner war der am 7. Mai zum neuen Staatschef gewählte Emmanuel Macron mit seiner Bewegung »La République en marche« (REM) und dem Bündnispartner Mouvement démocrate (MoDem). Das Ergebnis der Auszählungen sichert Macron und seiner vom rechtskonservativen Ministerpräsidenten Édouard Philippe geführten Regierung für die kommenden fünf Jahre praktisch unbeschränkte Entscheidungsbefugnis. Während REM nach dem zweiten Wahlgang in einer Woche mit bis zu 430 der 577 Sitze in der Nationalversammlung rechnen darf, erlebte der bisher regierende Parti socialiste (PS) ein historisches Tief und wird von seinen 395 Sitzen nur 20 bis 30 retten können.

Der Wahlabend war geprägt vom inständigen Flehen der Oppositi...

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