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10.06.2017 / Inland / Seite 5

Billige Reserve

In Sachsen-Anhalt sollen Ein-Euro-Jobber Unwetterschäden beseitigen. Öffentliche Aufträge werden zu Dumpingpreisen ausgeschrieben

Susan Bonath

Unwetter hatten im Mai für Überschwemmungen und Schlammlawinen im südlichen Sachsen-Anhalt gesorgt. Die Schäden im Saalekreis müssen Erwerbslose beseitigen. Zwölf Arbeiter sollen mit einem Euro pro Stunde entlohnt werden. Das Jobcenter hat sie zu 30 Wochenstunden bis Ende Juni verpflichtet, bestätigte Behördensprecherin Ines Stöbe am Donnerstag gegenüber jW. Die »Idee«, in solchen Fällen rasch auf Erwerbslose zurückzugreifen, stammt von Landrat Frank Bannert (CDU).

Erwerbslose haben in der Regel keine Möglichkeit, einen Ein-Euro-Job abzulehnen, weil ihnen dann Sanktionen drohen. In diesem Fall sei man aber formloser vorgegangen, beteuerte Stöbe. Ihre Behörde habe sich an den Fähigkeiten ihrer Klienten orientiert und diese zuvor angerufen. Eine Ablehnung hätte ausnahmsweise keine Kürzung der Bezüge bewirkt, so Stöbe. Petra Lutz vom Erwerbslosenausschuss der Gewerkschaft ver.di in Halle weiß indes: Schon wegen der geringen Aufwandsentschädigung werde kaum ei...

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