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02.06.2017 / Ausland / Seite 7

Folter auf der Wache

Tod eines irrtümlich festgenommenen jungen Mannes löste in Polen Debatte über Brutalität der Polizei aus

Reinhard Lauterbach, Poznan

Es war der frühe Morgen des 15. Mai 2016, ein Sonntag. Nach einer Nacht in der Kneipenszene von Wroclaw geriet der 25jährige Igor Stachowiak auf dem historischen Marktplatz der Stadt ins Blickfeld einer Polizeistreife. Das Unglück wollte es, dass er einem anderen Mann ähnlich sah, der der Polizei zwei Tage zuvor beim Versuch seiner Festnahme entwischt war. Noch auf dem Marktplatz begannen die Polizisten, Stachowiak mit Schlägen, Fußtritten und Elektroschocks zu traktieren. Mehrere heimkehrende Nachtschwärmer waren noch nüchtern genug, um das Geschehen mit ihren Handys zu dokumentieren. Aber das veranlasste die Beamten nur dazu, zwei der Zeugen auch gleich noch zu verprügeln und mitzunehmen. Einer hörte auf der Wache, während er auf seine Vernehmung wartete, wie einer der Polizisten mit Bezug auf Stachowiak sagte: »Das ist der Arsch, der uns vorgestern durchgebrannt ist«.

Was danach geschah, kam erst vergangenen Freitag in der Sendung »Fakty« des Fernsehsen...

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